Gedanken und Sexualität

Bevor Sie mit der Lektüre dieses Themenblatts beginnen, empfiehlt es sich, den Abschnitt Präambel auf der Seite Beziehungs – und Gefühlsleben

Der große hormonelle Umbruch führt bei Teenagers zu erheblichen körperlichen und physiologischen Veränderungen. Dieses Phänomen führt ganz natürlich dazu, dass junge Menschen an Sex denken, wobei neue Gefühle und physiologische Empfindungen entstehen. Auch wirken diese Gedanken sich auf das Verhalten aus. Dieser vorbereitende Weg wird früher oder später zum ersten Austausch von sexuellen Erfahrungen führen.

Zweck der Animation 

  • Der junge Mensch soll sich bewusst werden, dass sexuelle Gedanken ganz natürlich sind.
  • Der junge Mensch soll über sich nachdenken und sich für seine sexuelle Ausrichtung öffnen.
  • Der junge Mensch soll Gelegenheit erhalten, seine Gefühle anzunehmen und entsprechend zu handeln.
  • Der junge Mensch soll Gelegenheit erhalten, über die Verbindung zwischen Liebe und Sexualität nachzudenken.

Auftreten des Leiters/der Leiterin

Bevor Sie mit der Animation beginnen, sollten Sie unbedingt Ihre eigenen Vorstellungen zum Thema hinterfragen. Während der Debatte werden die Jugendlichen Ideen (Meinungen, Ansichten, Argumente) austauschen, denen Sie zustimmen oder die Sie ablehnen werden. Und das ist ganz normal. Die einzigartigen Erfahrungen jedes Einzelnen prägen die Art und Weise, wie er bestimmte Themen interpretiert. Daher sind die Begriffe Respekt, Beurteilung und Auftreten eng miteinander verknüpft.

Als Leiter(in) ist es daher wichtig, auf die eigenen Vorstellungen zu achten und sie nicht zu äußern, damit sie die Diskussion mit den Jugendlichen nicht beeinträchtigen. Sie könnten sich verurteilt fühlen, und die Spontaneität der Debatte würde darunter leiden.

Denken Sie daran, dass es wichtig ist, dass junge Menschen sich ohne Tabus oder Angst vor Verurteilung ausdrücken können. Die Haltung des Leiters/der Leiterin muss einladend und respektvoll sein.

Wenn das Thema für Sie selbst heikel ist, sollte die Debatte vielleicht gemeinsam mit einer anderen Person geführt werden, die besser mit diesem Thema umgehen kann.

Theorie

Der große hormonelle Umbruch führt bei Teenagers zu erheblichen körperlichen und physiologischen Veränderungen. Dieses Phänomen führt ganz natürlich dazu, dass junge Menschen an Sex denken, wobei neue Gefühle und physiologische Empfindungen entstehen. Auch wirken diese Gedanken sich auf das Verhalten aus. Dieser vorbereitende Weg wird früher oder später zum ersten Austausch von sexuellen Erfahrungen führen.

Bien que les pensées sexuelles soient naturelles, elles peuvent surprendre le jeune, celui-ci se retrouvant face à des désirs et images mentales qu’il ne sait pas vraiment comment gérer. Ceci peut en décontenancer plus d’un, certains se sentant sales ou honteux d’avoir de telles pensées, d’autres se motivant pour aller à la rencontre du sexe opposé.

Verliebtheit

„Sich verlieben“ heißt, sich von einer ganz bestimmten Person stark angezogen zu fühlen. Verliebtheit ist eine ganz neue Erfahrung für den jungen Menschen. Er versteht nicht immer, was mit ihm passiert und weiß auch nicht, wie er reagieren soll. Was er dabei empfindet, beschäftigt ihn sehr stark in seinen Gedanken und seinen Handlungen und kommt auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck: Herzklopfen, ein Zusammenschnüren der Kehle, feuchte Hände, Appetitlosigkeit. Auch das ist neu für den Heranwachsenden, der Zeit braucht, um zu verstehen, was da mit ihm passiert, und lernen muss, mit diesen neuen Empfindungen umzugehen.

Jungen und Mädchen erleben die Verliebtheit und selbst die Sexualität jedoch völlig anders. Die Gedanken bei Mädchen sind reifer (es geht um Beziehungen und Gefühlsleben), während Jungen eher an Sex denken, auch wenn sie alle beide „verliebt“ sind. In seinen Partner/seine Partnerin verliebt zu sein, weckt auch die Lust und wird im Allgemeinen dazu führen, dass sexuelle Gedanken konkrete Formen annehmen können, auch wenn das nicht der einzig mögliche Verlauf ist.

Sexualität und Gefühle

Bestimmte Fragen stellen sich von Generation zu Generation: Muss man verliebt sein um sich zu lieben? Was heißt „bereit sein“? Wann darf man Sex haben? Auf diese Fragen gibt es keine einfache Antwort. Die sexuelle Erfahrung ist für jeden anders. Nachdenken sollte man schon darüber, indem man sich folgende Fragen stellt: Möchte ich das wirklich? Fühle ich mich frei, den Geschlechtsverkehr zu vollziehen? Wähle ich den Partner, mit dem ich eine sexuelle Beziehung eingehen möchte, wirklich frei? Ist meine Partnerin/mein Partner bereit? Viele Ängste können sich einstellen: Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft, Angst vor den sexuell übertragbaren Krankheiten, Angst darüber zu reden, Angst vor Schmerzen, …

Mädchen und Jungen empfinden im Allgemeinen anders. Gewöhnlich wird behauptet, die Mädchen seien mehr auf Gefühle ausgerichtet, vor allem, wenn sie ihre ersten Erfahrungen sammeln. Jungen haben aber andere Ängste: Angst, es nicht zu schaffen, Angst vor dem vorzeitigen Erguss, Angst zu versagen, Angst den Partner/die Partnerin zu verletzen.

Der Märchenprinz und die Prinzessin

Seit jeher gibt es das Bild des „idealen“ Partners, das von Anschauungen, von den Medien verbreitet wird. Ob es sich um eine dauerhafte Beziehungen, einen One-Night-Stand, einen Sexfriend oder ein Urlaubsabenteuer handelt, wichtig ist die freie Zustimmung im Augenblick selbst. Die Selbstachtung und die Achtung der Grenzen beider Partner bleiben auch von wesentlicher Bedeutung. Wer auf das Drängen des anderen eingeht, ohne wirklich bereit zu sein oder zuzustimmen und ohne zu überlegen, bereut womöglich später sein Handeln, wodurch das Erlebnis traumatisch werden kann. Gleichzeitig geht er Risiken ein (Schwangerschaft, sexuell übertragbare Krankheiten). Wenn es um Sexualität geht, ist Vertrauen ein entscheidender Faktor.

Die Eifersucht

Eifersucht ist ein Gefühl, und wie jedes Gefühl signalisiert sie uns ein Bedürfnis (Sicherheit, Beruhigung, …). Sie sagt auch etwas über die Angst vor dem Rivalen oder das Bedürfnis aus, von einem Menschen Besitz zu ergreifen, aus Furcht, diesen zu verlieren. Auch wenn dieses Gefühl nicht auf das Jugendalter beschränkt ist (denken wir nur an die Schwester, die eifersüchtig auf ihren kleinen Bruder ist), so erhält sie dennoch bei den ersten romantischen Beziehungen eine ganz neue Dimension. Die Emotionen verstärken sich in diesem Lebensabschnitt unter dem Eindruck der Hormone. Der junge Mensch ist manchmal selbst erstaunt darüber, wie stark ihn dieses Gefühl gegenüber seinem Partner überrollt. Aber auch wenn die Eifersucht sich einstellt, sollte der junge Mensch sich nicht von ihr hinreißen lassen. Er muss nach und nach lernen, mit ihr umzugehen, Vertrauen in sich selbst und den anderen zu entwickeln. In dieser Phase sollte ein Austausch zwischen den Partnern über die Freiheit, das Vertrauen, die Regeln, die das Paar festgelegt hat…

Sexbilder, Fantasien und Pornografie

Der sexuelle Trieb ist oft gepaart mit Fantasien. Das ist normal. Es handelt sich um ein Gedankenspiel, das die sexuelle Erregung auslöst. Unsere sexuelle Gedanken werden weitgehend von Vorstellungen geprägt, die wir aus einem unterschiedlichen Erbe übernommen haben: Erziehung in der Familie, Elternmodell, Schulbildung, Attraktivitätskode, erste sexuelle Erfahrungen, Medien … Die „Fantasien“ werden vor allem in Pornofilmen dargestellt. Pornografische Darstellungen erzeugen aber falsche Vorstellungen bei Teenagern. Aus Gründen der Ästhetik und der Attraktivität eines Szenarios sind die von diesen Darstellungen ausgehenden Botschaften irreführend, ja sogar wahrheitsverdrehend. Die dort gezeigten Körper sind perfekt und die Sexualpraktiken verzerren die Realität. Die sexuelle Potenz wird übertrieben dargestellt, mit leistungsfähigen und verführerischen Männern. Die Frau spielt häufig die Rolle „des Vergnügungsobjekts“ für den Mann, und ihre Lust wird spontan geweckt. Die Pornografie wird zum Problem, wenn sie die einzige Art ist, etwas über Sexualität zu erfahren.

Versuchen wir den jungen Menschen dazu zu bringen, über den Wahrheitsgehalt dieser Darstellungen und die „imaginäre“ Seite dieser sexuellen Gedanken nachzudenken, damit sie sich der Grenzen und der Bedürfnisse des Einzelnen bewusst werden. Das Verhältnis zum Körper ist auch wichtig. Völlig losgelöst von den nachbearbeiteten Bildern, die über die Medien verbreitet werden, sollte sich jeder wohl und zufrieden fühlen mit seinem Aussehen. Dazu gehört auch, sich selbst kennenzulernen und sich anzunehmen, wie man ist.

Sexuelle Ausrichtung, Homosexualität und sexuelle Bilder

Auf der Suche nach seiner sexuellen Identität und von seinen Hormonen angetrieben sucht/testet der Teenager seine noch verschwommene sexuelle Ausrichtung. In dieser Zeit kann sich vorübergehend Homosexualität zeigen, oder aber die endgültige Ausrichtung des Jugendlichen. Zu den sexuellen Gedanken und Fantasien, die im Jugendalter auftreten, können homosexuelle Beziehungen treten. Diese Tatsache verwirrt die Jugendlichen, die sich fragen, ob sie „normal“ sind. Es ist jedoch völlig natürlich, dass einem die verschiedensten Bilder durch den Kopf gehen. Diese sagen aber nichts über die sexuelle Ausrichtung aus.

In einem viel weitläufigeren Rahmen trägt diese Offenheit des jungen Menschen für die Andersartigkeit dazu bei, dass er sich besser in seiner Haut fühlt, wenn er tatsächlich seine Homosexualität entdecken sollte. Absolut niemand sucht sich die Homosexualität aus. Sie drängt sich auf, selbst wenn er sie nicht akzeptiert. Die Vorstellungen von Jugendlichen verändern und sie für den Unterschied zu öffnen ist von zentraler Bedeutung für das Selbstwertgefühl und den kritischen Verstand. Das gilt aber generell für das „Anderssein“: Behinderung, Krankheit, auch unterschiedliche philosophische oder religiöse Anschauungen, körperliche, ethnische Unterschiede, …

 

Animation Frasbee

Hier sind die Debattensätze, die wir Ihnen zu diesem Thema vorschlagen. Alle Themenbereiche Beziehungs-, Affektiv- und Sexualleben können gemischt werden, da sie sehr eng miteinander verknüpft sind.

Homosexualität kann im Jugendalter noch vorübergehend, kann aber auch endgültig sein. Die sexuelle Ausrichtung kann sich im Laufe eines Lebens verändern. Sie ist keine Frage der Entscheidung, sondern einer Erkenntnis, die sich aufdrängt, die aber keine Schuldgefühle auslösen sollte.

Bevor man Sex hat, sollte man sich frei fühlen, seinen Partner frei auswählen und vor allem auf sich selbst hören. Es ist besser, nichts zu überstürzen, nur um so zu sein, wie die anderen oder um anderen zu gefallen

Ob es sich um eine erste sexuelle Erfahrung handelt oder um einen weiteren Schritt in einer Liebesbeziehung, wichtig ist, dass keinerlei Zwang vorhander ist bei der Wahl des Partners, des richtigen Zeitpunkts, damit man seine Wünsche und seine ängste teilen kann.

Eifersucht ist ein ganz natürliches Gefühl, das der junge Mensch nach und nach in den Griff kriegt. Mitteilung and Austausch zwischen den Partnern fürhen dazu, dass Eifersucht die Beziehung nicht mehr zerstört.

Das stimmt oft aber nicht immer… Jungs können auch sensibel und romantisch sein, auch wenn sie das meistens verbergen.

Im Jugendalter vermehrt sich die hormonelle Tätigkeit, und junge Menschen werden von Gedanken and Gefühlen überflutet. Alles ist “Neu” für sie. Ohne diese Gedanken zu verdrängen, lernt der junge Mensch nach und nach sie zu zähmen.

Um seine Neugier zu stillen und seine Fantasie zu beflügen, ist es ganz normal, dass junge Menschen Informationen suchen. Aber man soll die Informationsquellen kritisch prüfen (Porno vermittelt falsche Vorstellungen von Sex).

Danke Internet sind Informationen überall zu finden und leicht zugänglich. Die Frage ist nur, wie gut diese Informationen sind. Was beispielsweise Freunde oder gar die Pornoindustrie erzählen, ist nicht unbedingt wahr. Die ersten Ansprechpartner zu diesem Thema sind immer noch die Eltern. Junge Menschen sollten nicht zögern, sich an ein Familienplanungszentrum zu weden und die Internetzeiten zu beuschen, die ihnen dort empfohlen werden.

Wir sollen darüber nachdenken, welches Körperbild Pornofilme verbeiten, und über dessen Einwirkung auf unsere Selbstakzeptanz. Junge Menschen arbeiten noch an ihrem Verhältnis zum körper und lassen sich noch leicht von den Bildern der Medien beeinflussen. Pornofilme zeigen aber “perfekte” Körper, die weit von der Realität des Einzelnen entfernt sind.

Dokumente zum Herunterladen

Im Folgenden können Sie die Datei “Gedanken und Sexualitat” herunterladen, die den gesamten theoretischen Inhalt dieser Themenseite enthält, um die Animation vorzubereiten. Sie können auch die Frasbee-Animationsdatei zu diesem Thema herunterladen. Nach dem Ausdrucken müssen Sie nur noch die Debattensätze ausschneiden, die Sie bei der Animation verwenden möchten.

Alle theoretischen und thematischen Dateien sowie die Frasbee-Animationsdateien können auch von der Seite Unterstützung heruntergeladen werden.

Verwandte Themenbereiche

Auf der Karte „BGS” sind 5 getrennte, aber auch stark implizit zusammenhängende Themenbereiche getrennt zusammengefasst, die Ihnen bei der Vorbereitung Ihrer Animationen auf zielgerichtete oder allgemeinere Weise helfen sollen. Diese bilden jedoch keine „EBGS“-Animation. Wenn Sie eine spezielle „EBGS“-Animation einrichten möchten, erhalten Sie entsprechende nützliche Informationen bei einem Psycho-Medizinisch-Sozialen Zentrum (PMS), einer Dienststelle zur Förderung der Gesundheit in der Schule (PSE) oder auch bei einem Zentrum für Familienplanung. In der DG bei KALEIDO.

Je nach Zielen Ihrer Animation besteht außerdem die Möglichkeit, verschiedene Themenbereiche miteinander zu kombinieren, wobei es zu beachten gilt, maximal 10 Sätze für die Frasbee-Animation auszuwählen.