Et toi, t’en penses quoi ?

Theorie

Was ist Stress?

Stress ist ein natürlicher Mechanismus, durch den der Organismus sich an tägliche Situationen anpassen kann. Stress an sich ist nicht gesundheitsschädlich. Durch diesen ausgeklügelten Mechanismus kann die nötige Energie mobilisiert werden, um zu handeln, zu wählen, Entscheidungen zu treffen und auf Veränderungen zu reagieren.

Wird eine Person mit einer als stressig empfundenen Situation konfrontiert, wenn sie auf unvorhergesehene Ereignisse oder schwierige Emotionen reagieren muss, sind einige Anzeichen festzustellen: erhöhtes Schwitzen, Herzklopfen, Zittern, Atemlosigkeit, Unwohlsein…

Wenn ein erhöhter Stresspegel über einen langen Zeitraum auftritt, er sich verstärkt und alle Widerstandskräfte einer Person aufbraucht, sodass diese den Eindruck hat, der Situation nicht mehr gewachsen zu sein, dann wird Stress zu einem Problem. In diesem Falle spricht man von „chronischem Stress“. Die Anzeichen können dann auffälliger sein: morgige Müdigkeit, Übelkeit, verschiedenartige Schmerzen, Schlafstörungen, Angstzustände, Phobien, Aggressivität…

Die Ursachen für Stress

Die Ursachen für Stress sind vielfältig. Manchmal sind sie leicht zu erkennen, aber manchmal sind sie aber unterbewusst oder die Folge mehrerer kleiner Dinge, die im Einzelnen unbedeutend sind.

  •  Es gibt äußere Stressfaktoren: Lärm, Stau, gesellschaftlicher Kontext, ein Ereignis wie eine Krankheit, ein Sterbefall, eine Veränderung, eine zu große Arbeitsbelastung, ein Konflikt…
  •  Es gibt aber auch innere Stressfaktoren: das Selbstbild der Person, ihr Glaube, ihre Ängste, Konfliktbeziehungen…
  •  Stress kann auch durch eine Anhäufung kleiner alltäglicher Dinge verursacht werden, derer man sich oft nicht bewusst ist, wie Konflikte, Schlafmangel, Lärm… alles Elemente, die den Druck erhöhen und langfristig die Widerstandskräfte des Menschen aufbrauchen können.

Jeder reagiert anders auf Stress

Wir alle erleben stressige Momente und wir reagieren alle anders. Einige erröten oder schwitzen, andere ziehen sich in sich zurück, werden wütend, geben der Panik nach... Für andere hingegen kann Stress die Kreativität, die Reaktionslust und die Lust auf eine neue Herausforderung fördern. Es nützt nichts zu vergleichen, denn unsere Art und Weise mit Stress umzugehen, hängt von unseren persönlichen Ressourcen ab. Die Erziehung, die Umwelt, das Umfeld, die körperliche bzw. mentale Gesundheit... sind Ressourcen, die es jedem Menschen ermöglichen, seine Fähigkeiten einzusetzen, um sich einer stressigen Situation zu stellen.

Stress in der Jugend

Die Pubertät

Die Jugend ist eine wichtige Etappe im Leben, die körperliche, emotionale und soziale Veränderungen mit sich bringt. Die Jugend beginnt mit der Pubertät: Unter dem Einfluss der Hormone finden wichtige physische und psychische Veränderungen statt. Diese Veränderungen beginnen bei jedem in einem unterschiedlichen Alter (zwischen 10 und 14 Jahren im Allgemeinen) und festigen sich nach und nach. Seit Beginn dieser Etappe drehen die Sorgen des Jugendlichen sich vor allem um diese Veränderungen. Ob er sich dessen bewusst ist oder nicht, sie ignoriert oder voll auslebt, diese Veränderungen finden in ihm statt. Neben den körperlichen Veränderungen tritt der Sexualtrieb auf.

Die hormonellen Veränderungen erzeugen bei dem Kind, das dabei ist, ein Jugendlicher zu werden, neue Reaktionen: Stimmungsschwankungen, Empfindlichkeit, Aggressivität, Traurigkeit, Zurückgezogenheit… Einige Unannehmlichkeiten begleiten diesen Zeitraum: Akne, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen.

Einfluss äußerer Faktoren

Dieser Zeitraum beinhaltet auch Veränderungen im Umfeld, wie den Übergang zur Sekundarschule. Dies bringt einen neuen Schulrhythmus, neuen Lernstoff, neue Personen (Lehrer, Aufseher)… mit sich. Dies kann Anspannung und Stress verursachen.

Auch kommt ein neuer „äußerer Druck“ hinzu (sportliche oder schulische Leistungen, Druck der Familie und der Freunde). Diese Faktoren können den Jugendlichen unter Leistungsdruck setzen, der manchmal seine Fähigkeiten und Kompetenzen übersteigt.

In diesem Zusammenhang wird das Selbstbild des Jugendlichen stark durch den Blick und das Urteil der anderen sowie durch die Bilder/Botschaften der Medien beeinflusst.

Aufbau der Identität

Das Bedürfnis der Unabhängigkeit gegenüber den Eltern kommt zu diesen Veränderungen hinzu. Der Jugendliche wird sich nach und nach von seiner Familienwelt ablösen und eine persönliche Identität entwickeln. Dies erreicht er durch Treffen (Freunde nehmen einen sehr wichtigen Platz ein) und die Suche nach Vorbildern. Er wird mehr Zeit damit verbringen, seine Umwelt zu entdecken, um sich sein eigenes Bild der Welt zu entwerfen. Dieser Zeitraum ist oft Quelle von Konflikten mit den Eltern oder anderen erwachsenen Personen. Die nicht stattfindende Kommunikation und/oder das Unverständnis können dieses Gefühl verstärken und Stress verursachen.

Die Entdeckung dieser neuen Umwelt wird von neuen Erfahrungen begleitet. Diese können positiv (Verantwortung übernehmen, sein Geld verwalten, andere Erwachsene treffen…) oder negativ (Konsum von Alkohol und anderen Modegetränken, Tabakkonsum, Ausüben eines Extremsports, ungeschützter Geschlechtsverkehr…) sein. Diese Verhaltensweisen zeigen die Suche nach neuen Grenzen, das Bedürfnis, sich von den Familienregeln loszulösen, der Gruppe anzugehören und sich selbst zu beweisen.

Die Folge dieser Veränderungen: Stress

Ob das nun an den neuen Verhaltensweisen des Jugendlichen (nächtliches Ausgehen, unterschiedlicher Konsum, neue Beziehungen, unregelmäßige Zeiteinteilung, Ausfallen von Mahlzeiten…) oder hormonellen Veränderungen liegt, der Jugendliche kann Folgendes verspüren:

  •  physische Anzeichen von Stress: große Müdigkeit und Einschlafen in der Klasse, Unwohlsein, Migräne, Verdauungsstörungen, Hals- oder Rückenmuskelbeschwerden, zu viel oder zu wenig essen, Motivationsmangel
  •  oder Anzeichen von Stress auf schulischer Ebene: Motivationsmangel, Konzentrationsschwierigkeiten, Nervosität, Aggressivität, Gefühl der Überforderung.

Für einige kann der Stress zu einer häufigen Abwesenheit führen. Der Jugendliche ist den ganzen Veränderungen nicht mehr gewachsen und sieht keine andere Möglichkeit, als sich vorübergehend von dieser manchmal als „feindlich“ empfundenen Umgebung zurückzuziehen. Wenn dieser Lebensabschnitt für viele Jugendlichen auch relativ gut verläuft, kann die Anhäufung und die Intensität des Stresses bei einigen langfristig besorgniserregendes Verhalten hervorrufen. Selbstverstümmelung oder Ritzen (sich selbst mit einem Cutter, einem Zirkel oder einer Glasscherbe an den Armen, den Beinen oder dem Bauch verletzen) offenbaren zumindest dem Jugendlichen selbst eine Verletzung, die sich anderswo befindet. Die äußeren Verletzungen zeigen, dass im Inneren auch ein Leiden herrscht, das der Jugendliche nicht anders ausgedrückt bekommt, als dadurch, dass er sich selbst zeichnet und so Aufmerksamkeit erregt.

Drogen und Alkohol als Flucht vor dem Alltag

Der übertriebene Alkohol- und Drogenkonsum können auch Symptome eines erhöhten Stresspegels beim Jugendlichen sein. Er versucht, diesen zu verringern, indem er sich in einen zeitlosen Moment weit weg von den Zwängen des Alltags flüchtet. Die Wirkung dieser Substanzen ist aber immer nur von kurzer Dauer. Sie ändern nichts an den Ursachen für den Stress. Im Gegenteil: Ihr Konsum kann den Stresspegel erhöhen und den Jugendlichen in einen Teufelskreis bringen.

Überlegungen zur Begleitung des Jugendlichen hin zu einem besseren Wohlbefinden

Die persönlichen Ressourcen (Fähigkeiten) stärken

Die Schule scheint ein privilegierter Ort für das Erlernen neuer persönlicher Fähigkeiten (Entscheidungen treffen, neue Verantwortung übernehmen, sich organisieren, mobilisieren…) zu sein und somit das Wohlbefinden verbessern zu können. Schafft der Lehrer oder Animator eine positive Atmosphäre in seinem Unterricht, regt er zur Zusammenarbeit zwischen den Schülern an und respektiert den Rhythmus eines jeden, so findet der Jugendliche leichter neue Bezugspunkte. Er findet schneller Vertrauen in seine Fähigkeiten und kann es mit neuen Herausforderungen aufnehmen.

Klare Regeln und eine kommunikationsfördernde Atmosphäre schaffen

Um dem Jugendlichen zu helfen, sich zu finden, sind die Schaffung und der Respekt von Lebensregeln unerlässlich. Die Rolle des Lehrers ist es sicherlich, für ihre Einhaltung und die Kommunikation dieser Regeln zu sorgen. Gleichzeitig ist der Lehrer dafür verantwortlich, ein Klima zu schaffen, dass den Austausch fördert, sodass jeder seine Meinung äußern kann, ohne verurteilt zu werden.

Den Dialog und das Vertrauen für ein positives Selbstbild des Jugendlichen stärken

Um das Selbstwertgefühl des Jugendlichen zu stärken, ist es ungemein wichtig, ihn anzuerkennen und ihm das Vertrauen in seine Fähigkeiten zuzusprechen, selbst Entscheidungen treffen und Erfahrungen machen zu können, ohne darüber zu urteilen. Vielseitiges Lernen unter Mitbestimmung ermöglicht es ihm, ein positives Selbstbild aufzubauen. Der Erwachsene sollte nicht über in seinen Augen unangemessene Verhaltensweisen urteilen. Diese Verhaltensweisen drücken oft ein Leiden aus. Dieses Leiden ruft zum Dialog auf, um den Jugendlichen in seinem Unwohlsein nicht allein zu lassen.

Seinen „neuen“ Körper pflegen

  •  Sich entspannen, sich abreagieren: Oft werden Kopf und Körper als zwei unterschiedliche Teile unseres Körpers angesehen, obwohl wir wissen, dass die mentale Aktivität eng mit dem Körper verbunden ist. Deshalb ist es vernünftig, sich Auszeiten zu gönnen, um sich wiederzufinden, für Freizeitaktivitäten, Entspannung oder um sich abzuregen und Spannungen abzubauen.
  •  Gut schlafen: Sich selbst pflegen bedeutet auch, genug schlafen. Es ist wichtig, seinen ganz individuellen Schlafbedarf zu respektieren, um sich vollkomme zu erholen. Sowohl die Pubertät als auch die Schule sind große Energiefresser.
  •  Sich gut ernähren: Die Nahrung ist der wichtigste Treibstoff, um den täglichen Herausforderungen gewachsen zu sein. Eine ausgeglichene Ernährung mit 3 Mahlzeiten pro Tag, worunter ein Frühstück und ausreichend Wasser (1l½), sind das A und O für einen guten Tagesablauf. Wenn der Stress den Jugendlichen daran hindert, etwas zu „schlucken“, sind kleine gesunde „Notrationen“ (Obst, Butterbrot, Vollkornkeks, Jogurt, Käse…) eine gute Lösung, um Heißhunger vorzubeugen. Der Konsum von Energy-Drinks (Red Bull®, Monster®…) sind keine Lösung, um gegen Müdigkeit anzukämpfen. Diese koffein- und taurinhaltigen Getränke können Herzrasen und Schlafstörungen verursachen.

Stress und Prüfungen

Prüfungsperioden erzeugen oft eine große Anspannung bei Jugendlichen. Sie sehen sich oft mit neuen Anforderungen und dem Druck der Lehrer und Eltern konfrontiert. Dies kann ein negatives Selbstbild und das Gefühl von Unfähigkeit verursachen. Unter den Überlegungen und Ratschlägen, die man den Jugendlichen mit auf den Weg geben sollte, stechen zwei Aspekte hervor:

  •  die Einhaltung einer guten Lebensweise, wie oben beschrieben;
  •  der Respekt einer Arbeitsmethode (Wiederholungen vorsehen, frühzeitige Zusammenfassungen, um Verständnisprobleme zu erkennen, einen Plan zur Wiederholung anfertigen, einen angemessenen Arbeitsrhythmus befolgen, gute Bedingungen vorsehen (Ort), Pausen einplanen und die Unterstützung der Umgebung in Anspruch nehmen).

Suizid

Es schien uns wichtig, Informationen zur Problematik des Suizids in den Themenbereich „Stress“ aufzunehmen. Selbstmord ist die zweite Todesursache bei Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren (nach Verkehrsunfällen) und so können wir dieses Thema nicht einfach unberührt lassen. Auch wenn die Selbstmordprävention kompliziert ist, muss sie sich sowohl mit der mentalen Gesundheit als auch mit dem Wohlbefinden befassen. Dieses heikle Thema ist kein Themenbereich für sich. Dennoch findet der Animator hier einige Ansätze, um angemessen auf die Fragen und Reaktionen zu reagieren, die bei den Debatten auftreten können.

In Belgien finden auf alle Altersgruppen verteilt täglich 6 bis 7 Selbstmorde und 60 bis 70 Selbstmordversuche statt. Es sei hinzuzufügen, dass allen Formen des Selbstmordversuches Beachtung

Suizid wird von der Umgebung immer schwer verkraftet. Unverständnis, Wut und das Gefühl der Machtlosigkeit überwiegen oft. Um zu verstehen, was da vor sich geht, muss man wissen, dass der Suizid oft das Ende eines langen und komplexen Prozesses ist, in dem die Person vergeblich versucht, Hilfe und eine Lösung zu finden. Jeder Selbstmord ist Ausdruck eines unerträglichen Leidens, das die Person um jeden Preis beenden möchte und bezahle sie das mit ihrem Leben. Durch ihre Tat drückt die Person (in den meisten Fällen) keinen Todeswunsch als solchen aus, sondern das Verlangen nach Beruhigung... die scheinbar nur der Tod ihr geben kann. Auch wenn der Selbstmord für einige Personen die einzige „Lösung“ zu sein scheint, so ist es doch wichtig zu erwähnen, dass es viele andere Lösungen gibt, um der Verzweiflung Herr zu werden (fachmännische Beratung, psychologische Hilfe, Einweisung in ein Krankenhaus).

Was soll man den Jugendlichen sagen?

Das Thema Stress und Unwohlsein in den Debatten anschneiden, kann die Jugendlichen dazu bringen, das Thema Selbstmord aufzugreifen. Obwohl dieses Thema bei vielen Erwachsenen Unbehagen auslöst, sollte das, was vorgebracht wird (Suizid eines Bekannten, Selbstmordversuche, Andeutungen…), nicht unbeachtet bleiben. Einen Raum schaffen, in dem der Jugendliche sich verstanden fühlt, wo er über eine Schwierigkeit, ein Unwohlsein reden kann, ohne verurteilt zu werden, ist bereits eine Art der Prävention. Dieses Zuhören ist unerlässlich und vor allen Dingen allen möglich. Der Animator muss natürlich keine Antworten oder Lösungen bieten oder gar die Probleme auf sich laden. Dies denken die Erwachsenen nur allzu oft und laufen somit Gefahr, die Öffnung zum Austausch zu behindern.

Wenn der Animator im Rahmen der Debatte schon einfach ein offenes Ohr für das haben kann, was gesagt wird, ohne zu banalisieren, zu urteilen oder das Gesagte herunterzuspielen, ist das schon viel. Wenn der Animator sich überhaupt nicht wohlfühlt, kann er auch seine eigenen Grenzen ausdrücken: „Ich verstehe, was du lebst, was du gesagt hast. Ich fühle mich nicht wohl mit diesem Thema, aber es ist wichtig, dass du darüber mit einer Person reden kannst, die dir helfen kann, mit der du darüber reden kannst..." Ob das Gesagte den Jugendlichen direkt betrifft oder nicht, es ist wichtig, den Äußerungen ein offenes Ohr zu schenken.

Nützliche Adressen, um den Jugendlichen weiterzuleiten:

-Familienplanungszentren

-Zentren für mentale Gesundheit

-Krankenpfleger(in) der Schulgesundheitsvorsorge/PMS (psycho-medizinisch-soziales Zentrum) der Schule

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