Et toi, t’en penses quoi ?

Theorie

Bevor Sie mit der Wirkung des Alkohols und den damit verbundenen Gefahren beginnen, wäre es gut, wenn Sie als Animator sich Ihre eigene Haltung zum Alkohol vergegenwärtigen würden.

Diese drei Fragen werden Ihnen dabei helfen:

  1.  Sie sehen eine Gruppe Jugendlicher auf einer Terrasse trinken, was denken Sie dabei?
  2.  Es ist Wochenende, Sie treffen Jugendliche aus Ihrer Klasse (oder Jugendliche, die Sie animieren), und diese haben offensichtlich zu viel getrunken. Was empfinden Sie?
  3.  Ab welchem Moment wird der Alkoholkonsum problematisch?

Auf diese Fragen gibt es nicht die eine richtige Antwort. Die Antworten, die Sie finden, helfen Ihnen aber, sich Ihrer eigenen Haltung und Ihrer Vorstellung in Bezug zum Alkohol bewusst zu werden und diesbezüglich vorsichtig zu sein.

Wenn Sie heute 15 Jahre alt wären, was wäre dann Ihre Ansicht zum Alkohol? 

Wenn man das Thema Alkohol bei Jugendlichen anspricht, begibt man sich aufs Glatteis. Diese kleine Übung ist also eine unerlässliche Voraussetzung, um nicht auf unsicheren Boden zu geraten.

Wir verfolgen in dieser Akte folgende Ziele in Bezug auf den Alkoholkonsum:

  •  Die Jugendlichen dazu bringen, verantwortungsbewusst zu trinken und sich Grenzen zu setzen.
  •  Das kritische Denken des Jugendlichen fördern (insbesondere durch Förderung des Selbstwertgefühls), damit er Abstand nehmen kann.

Es geht vor allem darum, ihnen zuzuhören, sie von ihren eigenen Erlebnissen berichten zu lassen, ihnen eventuell eine andere Richtung aufzuzeigen, und vor allem, sie nicht zu verurteilen.

Wenn Sie denken, dass Ihre eigene Ansicht zum Alkohol sich mit diesen Zielen nicht vereinbaren lässt, dann sollten Sie dieses Thema vielleicht besser nicht mit den Jugendlichen ansprechen. Es besteht nämlich die Gefahr, dass sie Ihre Haltung bemerken und die Animation wirkungslos bleibt.

Die Auswirkungen und Gefahren des Alkohols

Alkoholkonsum ist niemals harmlos, ganz unabhängig vom Kontext. Die Hauptgefahr besteht im übermäßigen Trinken, insbesondere bei Heranwachsenden. Aufgrund seiner sozialen Funktion wird Alkohol zur Normalität bei den Jugendlichen, für die es vorrangig darum geht, sich bei ihresgleichen zu integrieren. Außerdem lotet der Heranwachsende seine eigenen Grenzen aus, häufig stellt er sie auf die Probe und versucht sogar, sie zu überwinden. Die Weigerung, erwachsen zu werden, treibt ihn außerdem dazu, Risiken einzugehen, unter anderem, indem er ein exzessives Verhalten an den Tag legt.

Alkohol hat unmittelbare physische Auswirkungen. Er wird vom Darm absorbiert und geht sehr schnell ins Blut über, das ihn im gesamten Organismus verbreitet, insbesondere in den am besten durchbluteten Organen: Leber, Herz, Gehirn. Die Leber wandelt langsam den Großteil des Alkohols (95 %) in Abfallstoffe um, die sich in den Organen ablagern (daher das unangenehme Gefühl am nächsten Tag) und dann allmählich über den Urin ausgeschieden werden. Die übrigen 5 % werden über die ausgeatmete Luft, den Urin und den Schweiß ausgeschieden.

Die toxischen Auswirkungen auf Leber, Gehirn und Nervensystem und manchmal sogar auf das Herz und die Muskeln sind heute eindeutig nachgewiesen. Der Verdauungstrakt wird abhängig von der Häufigkeit und Intensität des Trinkens sofort mehr oder weniger gereizt.

Der Alkohol wirkt auf das Gehirn ein und verlangsamt es: verschwommene Sicht, verlangsamte Reflexe, Gleichgewichtsstörungen und Gedächtnisverlust... Außerdem werden die Urteilsfähigkeit und die Hemmschwelle verändert.

Einige direkte Anhaltspunkte

  •  Unter 0,7 g/l Blutalkoholkonzentration: Stadium des Übermuts, der Enthemmung, der Angetrunkenheit, Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten.
  •  Von 0,7 bis 2,0 g/l: Stadium der Trunkenheit, Gleichgewichtsstörungen, Schwierigkeiten beim Sprechen, Schläfrigkeit...
  •  Über 2 g/l: Einschlafstadium.
  •  Über 3 g/l: Risiko eines tiefen alkoholbedingten Komas.

Übermäßiges Trinken birgt jedoch nicht nur körperliche Risiken. Trunkenheit wird mit mehr als 40 % aller Verkehrsunfälle mit Todesfolge, 64 % aller Brände und Verbrennungen, 48 % aller Unterkühlungen, 50 % aller Prügeleien und 60 % aller Straftaten in Verbindung gebracht.

Schließlich erhöht die Einnahme von Alkohol das Risiko des ungeschützten Geschlechtsverkehrs, aber auch der Einnahme von Drogen und anderen psychotropen Suchtmitteln.

Die langfristigen Auswirkungen

Tumore im Verdauungstrakt, Zirrhose, psychische Störungen (Angstgefühl, Depression...), Herz-Kreislauf-Störungen...

Einige Zahlen und Anhaltspunkte

  •  Der Verkauf von Alkohol an unter 16-Jährige ist in Belgien verboten.
  •  Die WHO empfiehlt einen Konsum von höchstens drei Gläsern Alkohol pro Tag für Männer, zwei Gläsern für Frauen und null Gläsern für Schwangere und Kinder.
  •  Ein Glas beliebigen Alkohols entspricht dabei etwa 10 g Alkohol: ein Bierkrug oder Bierglas Bier, ein Weinglas Wein, ein Glas Champagner, ein trockener Schnaps... Achtung jedoch, es gibt heute Gläser oder Flaschen, die dieser Regel nicht mehr entsprechen!
  •  Die maximal zulässige Blutalkoholkonzentration am Steuer beträgt in Belgien 0,05 g/l oder 0,22 mg/l ausgeatmete Alveolarluft (Atemtest).
  •  Die durch ein Glas Alkohol erreichte Blutalkoholkonzentration ist abhängig von Geschlecht (Frauen sind empfindlicher), Gewicht und Größe sowie der Anwesenheit von Nahrung im Verdauungstrakt (die die Absorption verlangsamt). Bei einem Glas Alkohol erreicht die Blutalkoholkonzentration etwa 0,33 g/l bei Frauen gegenüber etwa 0,20 g/l bei einem Mann von 70 kg.

Das Marketingspiel...

Das Marketing rund um die alkoholischen Produkte trägt dazu bei, die Jugendlichen zum Alkoholkonsum zu verleiten. Die Werbung ist suggestiv und nutzt unsere Werte und Emotionen: Verlangen nach Liebe, Kraft, Reichtum, Sexualität... Und das stimmt umso mehr bei Jugendlichen, die hier zudem das Verbotene oder die Provokation suchen. Der Alkohol wird immer mit positiven Situationen verbunden, wie Szenen der Verführung, Feiern oder Genuss. Die negativen Effekte werden entweder kaschiert oder in Euphemismen umgewandelt. Man ist nicht mehr betrunken, man „sieht die Welt mit anderen Augen“. Die Entwicklung eines kritischen Denkens gegenüber den Medien ist daher von wesentlicher Bedeutung, wenn man das Thema Alkohol mit den Jugendlichen ansprechen will.

In Bezug auf die Marketingtechniken wollen wir auch auf Alkopops und andere alkoholische Süßgetränke zu sprechen kommen. Gesüßte Misch- oder Energiegetränke sowie alkoholische Getränke sind erfrischende und süß schmeckende Getränke, die auch solche Jugendlichen ansprechen, die den Bittergeschmack des Biers oder den Geschmack von Wein und starken Alkoholika nicht schätzen. Diese Getränke können stark alkoholisch sein, aber die vordringliche Gefahr liegt darin, dass diese Getränke an den Alkoholkonsum heranführen. Man trinkt, ohne es zu merken. Die Gefahr übermäßigen Trinkens ist also auch hier präsent und sogar noch größer. Die Hersteller alkoholischer Getränke lassen ihrer Phantasie immer wieder freien Lauf und veröffentlichen regelmäßig neue Produkte, die immer bunter und süßer sind und suggestiv und praktisch gestaltet werden (heutzutage gibt es sogar Alkohol in Tuben, die so ähnlich aussehen wie Zahnpastatuben). Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass kritisches Denken unabdingbar ist: Man kann zwar mal etwas trinken, aber man sollte immer wissen aus welchem Anlass!

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