Et toi, t’en penses quoi ?

Theorie

Das Jugendalter ist ein Lebensabschnitt, in dem die Emotionen leichter verstärkt und die Hormone überschwappen. Junge Menschen sind auf der Suche nach Orientierungspunkte, aber auch nach Identität.

Liebesbeziehungen sind soziale Beziehungen wie alle anderen und dennoch etwas Besonders, denn sie sind mit viel mehr Gefühlsregungen verbunden. Man kann also sagen, dass hier die gleichen Regeln gelten: Respekt des anderen und seiner Grenzen, Toleranz gegenüber seinen Bedürfnissen, seinen Ideen, Bedeutung der Kommunikation in der Paarbeziehung. Liebesbeziehungen sind für Jugendliche sehr wichtig, denn sie lassen neue Gefühlswellen aufkommen, die nach und nach zu ersten intimen Berührungen und schließlich zu sexuellen Erfahrungen führen. Das ist eine ganz wichtige Etappe im Leben eines Menschen. 

Der junge Mensch muss sich das richtige Verhalten gegenüber seinem Partner aneignen, insbesondere darauf achten, was der/die andere wünscht und wo die Grenzen sind. Er wird lernen, sie mit seinen eigenen Bedürfnissen und Grenzen in Einklang zu bringen. Die Maxime „Meine Freiheit endet, wo die des anderen beginnt“ ist wohlbekannt, aber sie anzuwenden, bedeutet Verzicht, Verständnis und Offenheit dem anderen gegenüber. Wer die Grenzen, die der andere setzt, nicht achtet, tut dem anderen Gewalt an, verletzt seine Persönlichkeit, seine Unabhängigkeit.

Die Grenzen jedes Menschen

Jugendliche haben meistens die Achtung der Autorität und der gesellschaftlichen Normen verinnerlicht… Entweder halten Sie sich an diese Verhaltensnormen oder sie rebellieren gegen die bestehenden Regeln, obwohl sie diese Normen in vielen Fällen übernommen haben. Der Beginn des Liebes- und Sexuallebens ist jedoch ein ganz persönlicher Sprung, bei dem der junge Mensch entscheiden können muss, ob er ihn wagt oder nicht. Im Idealfall geht er schrittweise vor, lässt sich Zeit zu fühlen und erneut zu fühlen, ob diese oder jene neue Erfahrung ihm gefällt oder nicht… Aber die Grenzen der Sexualität sind besonders schwer zu erkennen und vor allem zu teilen, denn junge Menschen geben sich nicht unbedingt das Recht, wissen nicht unbedingt, wie sie sich gegenüber diesen neuen Dingen verhalten sollen. Schlussendlich ist es wichtig, die Vorstellung zu übermitteln, dass jeder seine Grenzen hat und diese sich an einer bestimmten Stelle befinden, je nach persönlicher Geschichte, Alter, Überzeugungen, Kultur, … Die Förderung der Aufgeschlossenheit bei jungen Menschen spielt eine wichtige Rolle. Von daher besteht die gleiche Altersgruppe auch aus Jugendlichen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Wünschen in Sachen Liebe. Während einige bereits Erfahrungen sammeln konnten, stehen andere noch ganz am Anfang ihres Weges. Junge Menschen müssen verstehen lernen, dass es in der Sexualität legitime Grenzen gibt, die jeder selbst bestimmt. Wo der Partner seine Grenzen zieht, kann der andere Partner nicht erraten. Umgekehrt gilt das auch. Der andere kann nicht erahnen, was nicht zum Ausdruck gebracht wird. In diesem Bereich ist die Kommunikation von größter Bedeutung.

Kommunikation

Liebesbeziehungen sind für junge Menschen etwas Neues. Unzählige Gedanken gehen ihnen durch den Kopf. Die Emotionen kochen hoch. Mit dem Partner zu reden ist die beste Art, Antworten zu erhalten und Spannungen abzubauen. Dem Jugendlichen soll also klargemacht werden, dass seine Ängste oder Fragen nicht dumm oder seltsam sind und es nicht möglich ist, die Fragen zu erraten, die der andere sich stellt. Die Lösung liegt also in der Kommunikation, im Vertrauen gegenüber dem anderen und im Selbstvertrauen des jungen Menschen, mit einer Wechselwirkung, die in eine positive Dynamik münden kann: ich rede mit meinem Partner, ich höre ihm zu, ich fühle mich verstanden, ich fühle mich in meinem Selbstwert gestärkt und mein Vertrauen in den anderen wächst. 

Nein sagen aus Selbstachtung

Die Selbstachtung und die Achtung des Mitmenschen ist einer der wichtigsten Grundsätze jeder zwischenmenschlichen Beziehung. Nein zu sagen ist vor diesem Hintergrund eine wesentliche Voraussetzung für eine bereichernde und ausgeglichene Beziehung. Allerdings stellen sich zwei Probleme: Zum einen könnte der Jugendliche, aus Angst seinen Partner zu verlieren oder ihm wehzutun, in Dinge einwilligen, die ihm nicht gefallen. Daran lässt sich erkennen, wie wichtig der Gedanke ist, dass Nein sagen eine Frage der Selbstachtung und der Selbstbehauptung ist. Zum anderen löst ein Nein bei manchen Menschen ein Gefühl der Ablehnung der eigenen Person aus. Auf sexuellem Gebiet ist das eindeutig der Fall. Ein Jugendlicher neigt leicht dazu, eine Ablehnung falsch zu interpretieren, zum Beispiel in dem Sinne: „Wenn du nicht mit mir schlafen willst, dann liebst du mich auch nicht“. Eine Stärkung des kritischen Verstands und des Selbstwertgefühls hilft dem jungen Menschen, das Nein, das er erhalten hat, anders zur beurteilen und unser Beispiel so zu verstehen, dass das Nein in der Liebe nicht bedeutet, dass der andere ihn als Mensch ablehnt. Dieses Nein zu akzeptieren bedeutet auch, die Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen in der Partnerschaft zu achten.

Sexuelle Ausrichtung - Homosexualität: ein Unterschied wie jeder andere auch

Bei jungen Menschen ist die sexuelle Ausrichtung noch voll in der Orientierungsphase. Manchmal ist sie noch verschwommen, denn junge Menschen suchen noch ganz tief im Innersten nach ihrer Identität, werden aber bereits mit Sexualhormonen überflutet. Homosexualität kann auch vorübergehend sein. In diesem Rahmen muss betont werden, dass keiner sich die Homosexualität aussucht. Die freie Wahl besteht nur darin, seine Homosexualität auszuleben oder nicht. Die Frage ist, ob man sich outet, dazu steht oder sie versteckt, zum Beispiel aus Angst vor dem Druck der Gesellschaft und der Familie. Die Vorstellungen von Jugendlichen verändern und sie für den Unterschied zu öffnen ist von zentraler Bedeutung für das Selbstwertgefühl und den kritischen Verstand. 

Toleranz und Offenheit

Offenheit bedeutet, den Unterschied zu akzeptieren, der zwischen sich selbst und dem anderen besteht oder zwischen seinen eigenen Vorstellungen und den Vorstellungen des anderen. Es geht nicht darum, Übereinstimmung zu erzielen, sondern darum, die Unterschiede zu erkennen, um zu verstehen, dass jeder Standpunkt Gültigkeit hat. Wenn wir die Aufgeschlossenheit bei Jugendlichen fördern, können wir ihnen die Furcht vor dem Anderssein nehmen. Das gilt für alle Menschen, die „anders“ sind: behinderte, kranke Menschen, aber auch unterschiedliche philosophische oder religiöse Anschauungen, körperliche, ethnische Unterschiede … 

 

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