Et toi, t’en penses quoi ?

Theorie

In mehr als 60 Jahren haben sich unsere Ernährung und unser Konsum stark entwickelt, wir sind von einer herkömmlichen Ernährung ausgehend von Grundprodukten vom Feld zu einer sehr reichhaltigen Nahrung aus verarbeiteten Produkten übergegangen. Diese Entwicklung hat zu einer tiefgreifenden Veränderung der landwirtschaftlichen Produktion geführt (Viehzucht, Fischerei und Ackerbau).

Die Globalisierung und die damit einhergehende Verschmutzung

Die Bevölkerung der Industrie- und Schwellenländer hat die Möglichkeit, alles zu essen und zu trinken und den entsprechenden Preis zu zahlen. Wir essen immer weniger verschiedene Dinge. Trotzdem kommen bestimmte Nahrungsmittel aus tausenden Kilometern Entfernung zu uns oder werden dort verpackt und verursachen durch den Transport eine hohe Verschmutzung. Beispielhaft sind hierfür die Nordseekrabben, die in Ostende gefangen und dann per Flugzeug zum Pulen nach Marokko geschickt werden. Von dort kommen sie, unter Schutzatmosphäre verpackt, wieder zu uns und verursachen eine zusätzliche Verschmutzung. Man kann auch mitten im Dezember Erdbeeren essen, diese kommen dann per Flugzeug aus tropischen Regionen oder werden mit großem Energieaufwand in Treibhäusern gezüchtet.

Die GVO

Zu Beginn, bevor sie von der Lebensmittelindustrie für sich entdeckt wurde, entsprang die „Idee des GVO“ einer lobenswerten Absicht. So ermöglichte man es beispielsweise Mais, mit nur wenig Wasser zu wachsen, indem man ihm ein Algen-Gen einfügt, mit dem er nun sogar in Wüstenregionen gedeiht. Um ein vertrauteres Beispiel zu nehmen: Weizen mit einem Reiskeimling könnte vielleicht den Bedarf an Pflanzenschutzmitteln senken, da Reis gegen die typischen Krankheiten von Weizen widerstandsfähig ist. Die als Allheilmittel gegen den Welthunger präsentierten GVO sind in Wirklichkeit eine Weiterführung der industriellen Landwirtschaft (mit hoher Abhängigkeit von Kunstdüngern und chemischen Pestiziden). Sie stellen eine große Gefahr für die Biodiversität der Umwelt dar.

Auch wenn es in einigen Teilen der Welt (insbesondere in den USA) GVO gibt, so richten die europäischen Regierungen sich eher nach dem Vorsorgeprinzip. Die langfristigen Auswirkungen der GVO sind immer noch nicht bekannt.

Bio

Bio essen, bio trinken bedeutet, dass man dasjenige konsumiert, was aus biologischer Landwirtschaft stammt und ohne Chemikalien wie Dünger und Pestizide produziert worden ist. Die biologische Landwirtschaft wird streng kontrolliert und das Bio-Label wird nach strikten Kriterien vergeben. Natürlich wirkt das Bio-Image auch verkaufsfördernd. Deshalb wird es auch von der Lebensmittelindustrie vereinnahmt. Aber Vorsicht, was nach bio aussieht, ist nicht immer bio!

Ohne Chemikalien wachsen Pflanzen oder Tiere langsamer, ihre Aufzucht dauert länger, und aus diesem Grund sind sie auch teurer. Sich ausschließlich bio zu ernähren, ist nicht immer die beste Lösung, wenn das Herkunftsland der Nahrungsmittel zu weit entfernt liegt oder wenn es sich um „industrielles Bio“ handelt, produziert nach denselben landwirtschaftlichen Verfahren wie die anderen Nahrungsmittel. Eine nachhaltige Ernährung erfolgt in erster Linie mit regionalen und saisonalen Produkten, die ein Mindestmaß an Abfällen erzeugen und nicht zu „energieintensiv“ sind.

Die Ausbeutung der Ressourcen 

Unsere derzeitigen Produktions- und Konsumgewohnheiten — in den reichen Ländern — haben derartige Auswirkungen auf die Umwelt, dass sie weder in Raum noch Zeit ausgedehnt werden könnten. Der stetig wachsende Konsum wird durch die Knappheit der Ressourcen brutal in Frage gestellt (Erschöpfung der Ressourcen und/oder zu langsame Erneuerung der Ressourcen). Die Ökosysteme müssen in der Lage sein, mit dem Rhythmus Schritt zu halten, und wieder ins Gleichgewicht finden, damit sie richtig funktionieren. Die Konsum- und Produktionsgewohnheiten der reichen Länder verursachen zurzeit eine zu hohe Verschmutzung und Zerstörung der Umwelt, als dass sie sich wiederherstellen könnte.

Die Ressourcen wie Rohstoffe und natürliche Ressourcen befinden sich meist in ärmeren Ländern (das Holz im Amazonasgebiet, die Fische in den afrikanischen Meeren, die endlosen Prärien für die Viehzucht in Südamerika...). Die reichen Länder zögern nicht mehr, Fangquoten in den ärmeren Ländern wie beispielsweise im Senegal zu erwerben, wo große Fabrikschiffe die hochwertigen Fische aus den Meeren wegfischen und der lokalen Bevölkerung nur „Abfälle“ übrig lassen, die nicht ausreichen, um die Familien zu ernähren. Manchmal — und das ist noch perverser — kann die Bevölkerung im Austausch für die in ihren Gewässern gefangenen Fische zu niedrigen Preisen Reste europäischer Hühner kaufen, was zu einem Preisverfall auf dem lokalen Markt und dem Verschwinden zahlreicher kleiner traditioneller Züchter führt.

Der faire Handel

Einige Bauern und Arbeiter aus benachteiligten Regionen verkaufen ihre Produktion an multinationale Konzerne. Diese nehmen oft eine Monopolstellung ein und können so den Einkaufspreis für die Waren selbst bestimmen. Oft ermöglicht es dieser Preis den Bauern nicht, ihre Kinder zu versorgen. Dann nehmen sie manchmal lieber das Risiko in Kauf, in die Stadt oder in ein anderes Land zu ziehen und geben ihre Landwirtschaft auf.

Die NRO (Nichtregierungsorganisationen) sind sich dieses Problems bewusst und haben das Konzept des fairen Handels ins Leben gerufen. Aber auch einige Marken, die Gewinn machen wollen, messen ethischen Werten Bedeutung bei. Sie ergänzen das Produktionslastenheft um soziale Klauseln, schreiben beispielsweise vor, dass Kinder unter 14 Jahren nicht an der Herstellung ihrer Produkte beteiligt sein dürfen oder dass die Erzeuger eine faire Entlohnung erhalten, die es ihnen ermöglicht, in Würde zu leben. Sie können also Anspruch auf ein Label „fairer Handel“ erheben.

Es ist möglich, fair zu konsumieren, indem man Qualitätslabeln wie Max Havelaar, Oxfam, Fair Trade Organization usw. vertraut.

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