Et toi, t’en penses quoi ?

Theorie

Medien entschlüsseln?

Medien zu entschlüsseln, verlangt analytische Fähigkeiten (beobachten, interpretieren, Abstand nehmen) und kritische Fähigkeiten (kritischer Geist). In einer von den Medien dominierten Welt ist es ungemein wichtig, die übermittelten Nachrichten zu verstehen und einzuschätzen. Sowohl die Nachricht an sich als auch das Medium (Träger und Sprache, die ihm eigen sind) zur Verbreitung der Nachricht sind Träger von Normen und Codes. Diese haben einen Einfluss auf unsere Representationen (der Welt, des Gegenübers und seiner selbst). Lernen, die (manchmal unbewussten) „Manipulationsmethoden“ zu entschlüsseln, sich eine eigene Meinung zu bilden, seinen Geschmack zu festigen, die Mediencodes zu benutzen, um sich frei auszudrücken (und die Regeln der Kommunikation und der Ethik zu wahren), dies alles bedeutet, lernen, ein kritischer und aktiver Verbraucher und Akteur der Medien zu sein.

Seit Kurzem, insbesondere mit der Entwicklung des Internets 2.0 (d.h. dem interaktiven Internet mit Blogs und sozialen Netzwerken), stellt man in Bezug auf die Wissensvermittlung eine „technologische Kluft“ in unserer Gesellschaft fest. Die Generation der Erwachsenen hat nicht mehr das Wissensmonopol, insbesondere in Bezug auf technologisches Wissen. Die Jugendlichen passen sich schneller an und beherrschen die neuen Technologien besser als ihre Eltern, Lehrer…

Als Animator ist es sinnvoll, sich die Frage zu stellen: Welche Fähigkeiten hat der Jugendliche bereits in Bezug auf die Medien und die Benutzung derselben erlangt? Angesichts dieser technologischen Kluft unterscheidet die Herangehensweise der Jugendlichen an einige Technologien sich von der des Animators und die Jugendlichen können schon eine ganze Reihe von Konzepten verinnerlicht haben, die der Animator nicht unbedingt vermutet. Beispielsweise hat HabiloMédias (Portal zur Medienerziehung in Québec) eine Studie bei jungen Kanadiern durchgeführt, die zeigt, dass diese das Internet nicht mehr als einen privaten, sondern als einen kontrollierten und überwachten Raum betrachten. Für sie gehört die Überwachung zum Alltag.

Einfluss der Medien: Werbung und Marketing

Heute ist Werbung allgegenwärtig, sie überschwemmt den öffentlichen Raum (Poster, Fernsehspots, Internetbanner, auffällige Markenlogos auf der Kleidung…), manchmal sogar, ohne dass man sich dessen bewusst ist (Schleichwerbung in Filmen und Serien, Cross-Marketing…). Im Marketing werden ständig neue Verfahren entwickelt und unermüdlich werden „Rezepte“ genutzt, die sich bewährt haben. Der Einfluss der Freunde ist ein besonders wirkungsvolles Rezept bei Jugendlichen.

Die „Jugendkultur“ wird konditioniert und in Form von Produkten verkauft. Darüber hinaus kann man sich fragen: Spiegeln die Medien die Jugendlichen wieder oder sind die Jugendlichen Frucht der Medienkultur?

Das Körperbild

Der Körper des Jugendlichen entwickelt sich, erfährt zahlreiche Veränderungen, die der Jugendliche manchmal nur schwer akzeptieren kann. Gleichzeitig ist die Jugend ein Schlüsselmoment für die Entwicklung des Selbstwertgefühls. Sie ist auch eine Zeit, in der der Stress und die Unsicherheit in Bezug auf die Verführungskraft ansteigen können.

Parallel dazu wird man mit Bildern von Schönheit, Schlankheit… bombardiert über Werbung, Seriendarsteller, Bilder in Zeitschriften usw. Standards, die manchmal sogar nicht realistisch sind (widersinnige Körperproportionen, retuschierte Becken und Hüften bei Frauen, strahlend weiße Zähne, die künstlich gebleicht wurden…). Heute hat fast jeder Zugang zu Bildbearbeitungsprogrammen (über ausgeklügelte Informatikprogramme, aber auch über Smartphone oder weniger leistungsstarke Computer).

In diesem Punkt liegt die Sinnhaftigkeit in der Entschlüsselung der Medien. Denn mehrere Studien weisen darauf hin, dass die Jugendlichen, die die Medien und Marketingstrategien entschlüsseln können, sich selbst besser akzeptieren und den Einfluss dieser Bilder auf ihr Selbstwertgefühl minimieren können.

Die Reprensentation anderer

Die Medien vermitteln auch Normen in Bezug auf andere und die Beziehung zu anderen. Sei es nun hinsichtlich der Partnerschaft, einem Date, der Beziehung zu den Freunden, der sexuellen Beziehungen...

Das Magazin Rolling Stone hat sich vor einigen Jahren damit amüsiert, das Bild, das den Jugendlichen in den Jugendzeitschriften vermittelt wird, zusammenzufassen. Hier die Ergebnisse:

  •  Sie sind sexy.
  •  Sie sind alle weiß.
  •  Sie scheinen keine Eltern zu haben.
  •  Sie müssen nicht zur Schule gehen.
  •  Sie finden die Sekundarschule todlangweilig.
  •  Sie leben in einer Welt, die in keiner Weise der Realität entspricht.

Und Sie selbst, was stellen Sie heute fest? Welches Bild wird den Jugendlichen in den Medien vermittelt? Warum? Was können die Folgen sein? …

Es ist auch interessant, die Darstellung anderer sozialer, kultureller, ethnischer, religiöser… Gruppen in den Medien zu beobachten: Wie werden sie in den Nachrichten, in einer Serie, im Kino... dargestellt? Welche Sprache oder welcher Wortschatz wird verwendet? Aber auch: Welche Minderheiten werden nicht gezeigt? Alles Fragen, die dazu dienen, den eigenen Blick zu schärfen und die eigene Interpretation zu überdenken.

Gegenseitige Beeinflussung

Um diesen sehr kurzen Überblick über die unterschiedlichen Schlüsselthemen der Medienerziehung abzuschließen, ist es wichtig, daran zu erinnern, dass wir nicht nur „Opfer“ der Manipulation durch die Medien sind, sondern dass es sich um eine Art gegenseitige Beeinflussung handelt: Wie erwähnt, beeinflussen die Medien uns (sie haben einen (variablen) Einfluss, vermitteln Werte und Normen…). Andererseits beeinflussen wir die Medien (wir befeuern sie, geben ihnen eine Richtung vor, legitimieren sie...). Das stimmt umso mehr seit der Entwicklung des Webs 2.0, durch das sich jeder zu einem Thema seiner Wahl frei äußern kann (zumindest theoretisch: in unseren Demokratien, und doch innerhalb einiger Grenzen…). In diesem Sinne kann man die Medien als Garant und Regulator der Demokratie betrachten (Ort für Diskussionen, Meinungs- und Informationsfreiheit, Informationsvielfalt…).

Grundsätze und Fragen für die Animation

Alle Themenbereich von „Und du, was denkst du?“ sprechen den Einfluss der Medien an irgendeinem Punkt an. Ziel ist es dann, den Jugendlichen dazu zu bringen, Abstand zu gewinnen und einen kritischen Blick auf die Medien zu werfen, um sich seine eigene Meinung zu bilden.

Hier einige Grundsätze, an die Sie im Laufe Ihrer Animation erinnern sollten, wenn das Thema „Medien entschlüsseln“ auftaucht:

  •  Die Medien geben die Realität wieder, sie vermitteln soziale und ideologische Werte.
  •  Medien vermitteln Normen.
  •  Die Öffentlichkeit entschlüsselt und interpretiert die Meldungen, jeder hat eine persönliche Interpretation einer Nachricht je nach Bildung, Erfahrung, kultureller Identität, der geltenden Gesetzgebung...
  •  Jedes Medium besitzt eine eigene Form, Ästhetik und einen eigenen Code.
  •  Die Medien unterliegen geschäftlichen Erwägungen (sie sind Produkte, die auf den Weltmarkt gebracht werden).

Beispielfragen an die Jugendlichen, wenn diese die oben genannten Konzepte ansprechen:

  •  Wer übermittelt die Nachricht? Mit welchem Ziel?
  •  Was wird gesagt oder gezeigt? Was wird in den Vordergrund gestellt? Was wird nicht gesagt oder gezeigt? Wird der Blick in eine bestimmte Richtung gelenkt? Wie?
  •  Warum wird gerade dieses Medium für diese Nachricht benutzt?
  •  Wie können unterschiedliche Gruppen diese Nachricht interpretieren?
  •  Spiegelt der Inhalt der Nachricht einen Glauben wieder?
  •  Welche Techniken werden verwendet?
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