Et toi, t’en penses quoi ?

Das jugendliche Publikum

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Das Teenageralter ist ein ziemlich früher Wendepunkt im Leben eines Jugendlichen. Typisch für diese Zeit ist die Identitätsfindung. In diesem Stadium muss der junge Mensch lernen, sich selbst zu vertrauen und sich eine eigene Meinung zuzulegen, obwohl er unterschiedlichsten Einflüssen ausgesetzt ist (Beziehungen, Eltern, Kultur, Medien, …). Als Erwachsene können wir dem Jugendlichen helfen, sein Selbstbild zu entwerfen und sich als Person zu behaupten, indem er seine Entscheidungen und Ausrichtung verfeinert. Wichtig ist, dass wir den jungen Menschen so nehmen, wie er ist, mit dem für sein Alter typischen Verhalten. 

Video „Wenn junge Menschen das Wort ergreifen" (Videolink FR)

In dieser Zeit erlebt der junge Mensch eine Reihe von Metamorphosen. Die wichtigsten darunter sind:

dIE KÖRPERLICHE METAMORPHOSE

Auszug aus dem Vortrag von Bruno Humbeeck (Doktor der Erziehungswissenschaften, Psychopädagoge und Forschungsleiter der Abteilung Familienwissenschaften der Universität Mons): „Teenager: zwischen Metamorphose und Bedürfnis, sich auszudrücken. Schlüssel zum besseren Verständnis und zur Begleitung Heranwachsender“ (Videolink FR).

Im frühen Teenageralter nimmt der junge Mensch unzählige Informationen auf. In diesem Alter ist die Rede von „Übervernetzung“. Diese Neuronen-Verbindungen sind jedoch noch nicht ausreichend entwickelt, sodass der junge Mensch nicht in der Lage ist, den Informationsfluss zu strukturieren. Erst im Alter von 14-15 Jahren stellt sich die neuronale Verkabelung allmählich ein. Dann entsteht das Bewusstsein für andere Standpunkte, was auch zu einem besseren Verständnis der Welt und der Mitmenschen führt. Der Jugendliche ist dann offener für Diskussionen, also auch für die Auseinandersetzung in der Debatte.

Parallel zu diesem Aufbau des Gehirns tauchen die Hormone auf, die sich auf die Laune, die Emotionen und die Sichtweise des Jugendlichen auswirken. Der junge Mensch entdeckt die Sexualität, die persönliche Intimsphäre und die Intimität mit anderen.

Alle Veränderungen des Körpers, des Stoffwechsels und des Gehirns, die zu Beginn des Teenageralters auftauchen, trüben das Bild, das der Jugendliche von sich selbst hatte, das sich aber jetzt weiterentwickelt. 

Die Metamorphose der Identität

Über einen unterschiedlich langen Zeitraum und in einem Rhythmus, der von einem zum anderen anders sein kann, entwickeln die Jugendlichen ihre Identität als Erwachsene. Diese Verwandlung stützt sich auf die eigenen Stärken und Schwächen und auf alles Erlernte. Der Jugendliche gestaltet auch seine Identität, indem er sich mit anderen vergleicht, die Bilder, die er um ihn herum wahrnimmt, deutet und indem er aufnimmt, was sein Umfeld von ihm selbst widerspiegelt. Die Entwicklung seines Selbstwerts hängt insbesondere von seinen Fähigkeiten ab, Aufgaben zu übernehmen, neue Kompetenzen zu erwerben, angemessen auf die Erwartungen seiner Familie, seiner Schule und seines Freundeskreises zu antworten. Hinzu kommt der Druck, „Entscheidungen für sein Leben“ treffen zu müssen (Schule, Freizeit, Berufswahl), für die er nicht immer die nötige Reife hat.

Wichtig ist, seine Fähigkeiten in allen Lebensbereichen zu erkennen und ihn zu ermuntern, ihm zu helfen, sich einen Standpunkt und eine kritische Meinung zu erarbeiten, und seine neuen Kenntnisse und seine Wahl anzuerkennen.

Die soziale Metamorphose

Im Teenageralter nimmt der junge Mensch allmählich Abstand von seinen Eltern oder den Erwachsenen, die im Kindesalter seine Vorbilder waren. Trotz dieser Distanzierung muss der Erwachsene sich weiter für den Jugendlichen interessieren, auch wenn er ihn nicht mehr versteht. Auch muss er weiterhin den Rahmen setzen: Teenager brauchen Grenzen, um sich zu entfalten. Diese Grenzen haben sich nach der Realität zu richten, in der die Jugendlichen leben. Das sind Fixpunkte, an denen sie sich orientieren können, damit sie fühlen, dass sie existieren und sich entfalten.

In dieser Zeit dreht sich alles hauptsächlich um Freundschaft und Liebeserfahrungen. Nach und nach werden Gleichaltrige zu neuen Vorbildern. Die Führung einer Debatte, an der andere Heranwachsende beteiligt sind, hat also durchaus ihren Sinn. Der Jugendliche kann sich besser gegenüber anderen positionieren und seine Meinung besser zum Ausdruck bringen.

Worauf zu achten ist

Es ist wichtig, sich in der Debatte dafür zu interessieren, was der Jugendliche zum Ausdruck bringt. Der Erwachsene darf sich dabei kein Urteil erlauben. Er muss dem jungen Menschen die Freiheit lassen, sich zum Thema zu äußern oder auch nicht. Ob der Jugendliche mehr oder weniger aktiv an der Debatte teilnimmt hängt davon ab, ob das Thema von seinesgleichen vorgeschlagen wird oder ob konkrete Themen aufgeworfen werden, die ihn im Alltag beschäftigen. Bleiben Sie für seine Weltsicht offen und schlagen sie ihm ein Nachdenken über bestimmte Themen vor, die ihn voranbringen. 

Mit „Und du, was denkst du? Teenager debattieren“ steht der Jugendliche im Mittelpunkt. Durch die Debatte entwickelt der junge Mensch seine Gedankengänge und sein kritisches Verhalten, fördert also seine Identitätsfindung, ausgehend von seiner Erlebniswelt und seinen Erfahrungen.

Mittel zum vertiefen…

  •  « L’adolescence », Pr Philippe Jeammet, Editions Solar, 2007
  •  « Ainsi soient-ils ! A l’école de l’adolescence », Philippe van Meerbeeck, Editions de Boeck, 2007
  •  « Regards croisés sur l’adolescence, son évolution, sa diversité », Marcel Rufo et Marie Choquet, Editions Anne Carrière, 2007
  •  « Pour nos ados, soyons adultes », Philippe Jeanmet, Editions Odile Jacob, 2008ür seine Sicht der Welt und geben Sie ihm Denkpisten vor, um ihn in seiner Entwicklung voranzutreiben.
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