Et toi, t’en penses quoi ?

Die soziale Kompetenz

Neben den technischen Aspekten erfordert die Animation einer Debatte auch besondere Fähigkeiten in puncto Kommunikation und Verhalten. Diese Fähigkeiten sind allgemein Bestandteil des sogenannten „aktiven Zuhörens“, d. h. alles was man tun kann, um es dem Gesprächspartner zu ermöglichen, sich so gut wie möglich auszudrücken.

Zuhören

Der Animator hört immer zu. Auch wenn er spricht, hört er zu, er achtet nämlich sehr auf die Wirkung seiner Aussage auf die Gruppe oder seinen Gesprächspartner. Wenn er animiert, tut er nichts anderes (kein eingeschaltetes Handy beispielsweise).

Umformulieren

Zuhören bedeutet auch, dem anderen zu zeigen, dass man ihn versteht. Die Umformulierung ist eine unabdingbare Technik bei der Leitung einer Debatte. Mit ihr kann überprüft werden, ob eine Intervention verstanden wurde, aber sie kann sie auch vertiefen oder zusammenfassen.

Eine Umformulierung beginnt immer mit

  •  „Wenn ich richtig verstehe…“,
  •  „du willst damit also sagen, dass…“,
  •  „anders gesagt…“,
  •  „soll das heißen, dass…“,
  •  …

Sie muss mit einer Frage enden, um die Korrektheit zu prüfen.

  •  „… ist das richtig so? “,
  •  „...habe ich das so richtig verstanden? “,
  •  …

Offene und geschlossene Fragen

Die wichtigste Aufgabe des Animators ist es, Fragen zu stellen. Einige sind jedoch besser geeignet als andere:

  •  Die geschlossenen Fragen zielen auf eine eindeutige, bezifferbare oder qualitative Antwort ab (z. B. „an welchem Tag...?“, „seid ihr einverstanden...?“). Sie bleiben sehr begrenzt und eröffnen keine Debatte, aber sie können nützlich sein, insbesondere für eine Überprüfung.
  •  Die offenen Fragen leiten den Dialog ein. Sie beginnen immer mit einem Fragewort: Wiewarum, was/wer

Als Animator müssen Sie möglichst viele offene Fragen stellen und es vermeiden, sich in geschlossenen Fragen „fangen“ zu lassen.

Die Debatte wiederbeleben

  •  Um die Überlegung zu den Argumenten wiederzubeleben, müssen Sie vom Gegenteil ihrer Behauptung ausgehen und sie ins Negative verkehren. Beispiel: Der Jugendliche sagt, „man amüsiert sich beim Ausgehen besser, wenn man getrunken hat“, und Sie formulieren wie folgt um: „Das heißt also, wenn ihr nicht trinkt, amüsiert ihr euch nicht?“ oder „soll das heißen, dass man sich nicht amüsiert, wenn man nicht trinkt?“
  •  Wenn es keine konträren Meinungen in der Gruppe gibt, dann können Sie fragen, ob sie andere Jugendliche mit einer anderen Meinung kennen. Beispiel: „Kennt ihr andere Leute, die Mahlzeiten auslassen, um abzunehmen? Warum tun sie das?“
  •  Bei falschen Informationen (Beispiel: Auch Cola light enthält Zucker.) versuchen Sie, die Frage wieder an die Gruppe weiterzuleiten, bevor Sie die Aussage richtigstellen, wenn die korrekte Information nicht gegeben wird.
  •  Zeigen Sie zusätzliche Lösungswege auf, fiktive Situationen, mit denen Denkanstöße gegeben werden „und wenn ich nicht trinke, was passiert dann?“.
  •  Sprechen Sie Themen an, die mit Ihrem Themenkomplex in Zusammenhang stehen (Themen, die bei den einzelnen Sätzen der Animation „Und du...“ unterverstanden werden), indem Sie offene Fragen stellen, wenn die Themen nicht von den Jugendlichen selbst angesprochen werden. Beispiel: „Es ist also gut, die Nährwerte auf den Fast-Food-Verpackungen anzugeben, weil die Leute so informiert werden. Lest/versteht ihr sie/lasst ihr euch von ihnen beeinflussen?“

Nonverbale Signale nutzen

Es wird gemeinhin behauptet, dass die nonverbale Kommunikation (also Ihre Körperhaltung, Gesten, Blicke...) 60 % zum Verständnis der Botschaft beiträgt! Es handelt sich also um eine sehr wichtige Fähigkeit, an der gearbeitet werden muss.

Die Haltung: sitzend, stehend, halbstehend… Ihre Wahl ist entscheidend und hängt von der Bestuhlung des Raums, der Gruppe und Ihrem Selbstvertrauen ab. Wenn man steht, kann man eine dominante Position einnehmen und eine besonders unaufmerksame Gruppe besser „kontrollieren“. Sitzend begeben Sie sich auf Augenhöhe mit der Gruppe und wecken mehr Vertrauen und Vertraulichkeit. Am besten ist es, wenn Sie sich bewegen, Ihren Platz verändern können. So können Sie den Austausch dynamischer gestalten und die Debatte wiederbeleben. Ihre Nähe zur Gruppe ist auch ein Faktor: Je näher Sie der Gruppe sind, desto größer ist der Zusammenhalt (und desto entspannter die Stimmung).

Die Stimme: Erheben Sie Ihre Stimme (ruhiger Ton, aber laut genug, um von allen deutlich verstanden zu werden) und achten Sie auf den Rhythmus (zu schneller Rhythmus verleiht ein Gefühl des Unbehagens, der Spannung; zu langsamer Rhythmus schwächt die Aufmerksamkeit). Achten Sie auf die Aussprache Ihrer Wörter.

Die Gesten: Zögern Sie nicht, Ihre Arme und Hände zu benutzen! Um das Wort zu erteilen, um eine Behauptung zu unterstreichen, um Humor anklingen zu lassen... Gesten unterstützen Ihre Botschaft und die Dynamik der Gruppe.

Der Blick: Dies ist wahrscheinlich die wichtigste Komponente. Er erlaubt es, das Wort zu erteilen, Aufmerksamkeit zu zeigen, den anderen anzuregen, zu sprechen und sich zu entfalten. Versuchen Sie, jede Person in Ihrem Blickfeld zu behalten (Achtung bei den „toten Winkeln“), sodass alle in die Debatte eingebunden werden und kein Zeichen des Wunsches, das Wort zu ergreifen, übersehen wird. Lassen Sie Ihren Blick regelmäßig über die Gruppe schweifen, damit jeder Teilnehmer aufmerksam und in die Debatte involviert bleibt. 

Die nonverbalen Signale entschlüsseln

Die Teilnehmer und ihre nonverbalen Signale (also alles, was oben erläutert wurde) zu beobachten, erlaubt es dem Animator, seine Debatte besser zu leiten. Wenn man die Unaufmerksamkeit, Verdrossenheit, die Emotionen und Reaktionen sowie die geistige Verfassung wahrnimmt, kann man effizient reagieren und die Debatte wiederbeleben und in die richtige Richtung lenken.

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